Pilze – wichtige Bausteine im Stoffkreislauf

Pilze zerlegen organisches Material in in seine mineralischen Bestandteile.

Ein Leben ohne Pilze? Undenkbar. Pilze sind neben den Bakterien ein Hauptelement im Stoffkreislauf unserer Erde. Als letztes Glied in der Nahrungskette verarbeiten zersetzende Pilze, von Fachleuten Destruenten genannt, organisches Material und zerlegen es in seine mineralischen Bestandteile, die dann wieder von Organismen aufgenommen werden können.

Pilze setzen alle anorganischen Stoffe, die abgestorbene Pflanzen oder verendete Tiere in ihren Organismus eingebaut hatten, wieder frei – Phosphor, Stickstoff, Kalium, Kalzium, Magnesium, aber auch Eisen, Zink, Bor und viele andere. So zerlegt können Bäume, Sträucher, Gräser, Kräuter die Mineralien wieder aufnehmen und für ihr Wachstum nutzen.

Erledigt wird diese Arbeit vom Wurzelsystem der Pilze, dem Mycel, das aus unendlich vielen feinen Wurzeln, den Pilzhyphen, besteht. Sie durchziehen die komplette obere Erd- und Humusschicht. Wer welkes Laub vorsichtig beiseiteschiebt, entdeckt manchmal das weiße Geflecht der Pilzwurzeln. Pilze können daher sehr groß sein. Was wir gemeinhin als „Pilz“ bezeichnen sind lediglich die sichtbaren Fruchtkörper des Pilzorganismus.

Besonders gut lässt sich das Wachstum des Mycels im Kulturpilzanbau beobachten. In den Stellagen der Pilzhäuser wächst das Mycel rasch und durchzieht das Substrat wie ein feines weißes Gespinst. Jede Pilzart braucht ihr spezielles Substrat. Champignons beispielsweise wachsen wie in der Natur am besten auf einem Substrat aus Stroh und fermentiertem Pferdemist. Wilde Austernseitlinge dagegen besiedeln in der Natur Baumstämme. Sie brauchen daher ein Substrat mit hohem Holzanteil. Ähnliches gilt für die Shiitake-Pilze. Sie erhalten eine Substratmischung mit Laubholzspänen. Harzreiche Nadelhölzer vertragen sie nicht. Besonders anspruchsvoll ist der Kräuterseitling. In der Natur wächst er auf den Wurzeln von Kräutern - daher der Name. Es hat lange gedauert, bis die Mischung ausgetüftelt war, auf der diese schmackhaften Pilze optimal wachsen.

Nach der Ernte, die in mehreren Durchgängen erfolgt, wird das vom Mycel durchwachsene und zersetzte Substrat als mineralstoffreicher „Champost“-Dünger in Gärten, Grünanlagen in der Landwirtschaft weiterverwendet.

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