Champost lässt Spargel und Äpfel spriessen

Champost, das Pilzsubstrat, ist auch nach der Pilzkultur ein wertvolles Gut. Es liefert wertvolle Nährstoffe und stärkt das natürliche Gleichgewicht des Bodens.

Champost, ist der Begriff für das abgetragene Champignonsubstrat, das nach dem Ende der Ernten anfällt. Er steckt voller pflanzenverfügbarer Nährstoffe, denn Pilze – egal ob Wild- und Kulturpilze – sind ein wichtiges Element im Stoffkreislauf der Natur. Viele Garten- und Landschaftsbauer nutzen ihn schon lange, aber auch  Obst- und Gemüseanbauer sind an dem Stoff interessiert. Vor allem Bio-Betriebe verwenden ihn, weil er die Bodengesundheit und -qualität nachhaltig verbessert.

Pilze zerlegen organische Substanzen vom Herbstlaub, über den Gartenkompost bis hin zu Hühner-, Rinder- oder Pferdemist. Ohne Pilze würde die Erde in organischen Reststoffen ersticken. Dank der Pilzwurzeln, werden die organischen Substanzen aufgeschlossen und zerlegt. Die Pilze ernähren sich von ihnen und hinterlassen eine Fülle an organischer Substanz und Nährstoffen, die nun pflanzenverfügbar sind.

Beim Champost sind es überwiegend die Grundstoffe Stroh und Pferdemist, die durch Fermentation für die Pilzkultur hygienisch aufbereitet wurden. Dazu kommen Stielabschnitte und Mycele von Champignons oder anderen Speisepilzen. Diese besondere Mischung zeigt nachhaltige Wirkung gegen Bodenmüdigkeit. Bodenmüdigkeit ist der Begriff für nachlassende Bodenfruchtbarkeit, deren Ursache bis heute nicht sicher geklärt ist. Vermutet wird, dass sich krankmachende Mikroorganismen mit zunehmender Standzeit der Bäume im Boden anreichern. Direkt bekämpfen lässt sich die Bodenmüdigkeit nicht. Daher wechselten Anbauer von Dauerkulturen, wie Äpfel oder Spargel, bisher die Flächen für die Anlage neuer Kulturen. Inzwischen fehlen aber zunehmend die Austauschflächen oder ein Umsetzen von Einrichtungen wäre unverhältnismäßig teuer. Daher versuchen die Anbauer zunehmend, die gleichen Kulturflächen erneut zu nutzen.

Finanziert vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau testete das Rheinland-Pfälzische Kompetenzzentrum Gartenbau des Campus Klein Altendorf, Rheinbach, in einer dreijährigen Studie im Apfelanbau verschiedene Kombinationen von Komposten und Mikroorganismen. 2015 war klar, dass alle Kombinationen von Mikroorganismen mit Champost die beste Wirksamkeit zeigen und die Erträge deutlich stabilisieren.

Von 2018 bis 2020 wurde Vergleichbares im Spargelanbau vom Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt in Brandenburg untersucht. Die leichten Böden, auf denen der Spargel jeweils rund zehn Jahre lang kultiviert wird, sind besonders anfällig für Bodenmüdigkeit. Die Beigaben von Senfmehl, Mikroorganismen und Champost führten auch hier zu einer signifikanten Ertragssteigerung. Richtig eingesetzt kann der Stoff, auf dem die Pilze gewachsen sind, also zum echten Problemlöser werden.

(Quelle: GMH/BDC)

 

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