Pilze gut für das Gehirn?

Pilze gut für das Gehirn?

Viele Menschen hoffen sehnsüchtig auf Medikamente, die Demenz heilen. Ein Durchbruch ist derzeit noch nicht in Sicht. Allenfalls lassen sich die Beschwerden verzögern oder dämpfen. Dafür lässt sich vorbeugend einiges tun, beispielsweise über die Ernährung.

Pilzen scheint bei der Reduzierung des Demenzrisikos eine besondere Rolle zuzukommen. Erste Untersuchungen legen nahe, dass sie einen direkten Einfluss auf die Peptide Amyloid-Beta 40 und 42 besitzen. Diese lagern sich als zerstörerische Plaques im Gehirn ab. David A. Bennett und andere vom Alzheimer‘s Disease Centre, Rush University, Chicago, berichteten, dass Pilzextrakte die Giftigkeit der Peptide für die Nerven verringern.

Sie dämpfen außerdem den Abbau des Acetylcholins, eines wichtigen Botenstoffs im Gehirn. Bei Menschen, die an Demenz erkrankt sind, wird dieser Stoff vermehrt durch das Enzym Acetylcholinesterase abgebaut. Ihre medikamentöse Behandlung zielt daher in der Regel darauf ab, dieses Enzym zu hemmen, damit dem Gehirn mehr Botenstoffe zur Verfügung stehen.

Vieles weist darauf hin, dass sich der Beginn des Abbaus dieser Botenstoffe vielleicht schon durch den regelmäßigen Verzehr von Pilzen und Pilzextrakten verhindern lässt?  Kawagishi and Zhuang, fanden beispielsweise 2008 heraus, dass der Grad der funktionellen Unabhängigkeit (Functional Independence Measure (FIM)) bei dementieller Patienten stieg, denen Pilzextrakte verabreicht wurden (veröffentlicht im Journal „Drugs of the future“).

Auch bei Versuchen mit dementen Mäusen beobachteten Hazekawa und andere 2010, dass nach Gabe von Pilzextrakten deren Lern- und Erinnerungsfähigkeit deutlich zunahm („Journal of Health Science“, Nr. 56).

Nicht zuletzt haben Pilze aber offenbar auch Einfluss auf die Entwicklung der Nervenfortsätze, der Neurite. Sie beeinflussen die Synthese des Nervenwachstumsfaktors und wirken außerdem nervenschützend, antioxidativ und entzündungshemmend.

Den Forschern ist klar, dass sie ganz am Anfang dieses Forschungsfeldes stehen. Aber „auch wenn es noch allererste Voruntersuchungen sind, stimmen die neuen Daten über den Gehirn-schützenden Effekt von Pilzen optimistisch und verlangen nach weiteren Untersuchungen über die Möglichkeiten, mit Pilzverzehr den Fortschritt von Demenz zu verzögern“ („Mushrooms and health“ 2012).

(Quelle: GMH/BDC)

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