Weder Pflanzen noch Tiere: Pilze, die geheimnisvollen Lebewesen

27.09.2014 11:36
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Genau wie bei allen andere Speisepilzen essen wir auch beim Champignon nur den kleinsten Teil des Pilzes, nämlich den Fruchtkörper.

Pilze bilden in der Natur ein eigenes Reich

Mit ihrem kräftigem Stamm und ihrem Hut erscheinen die meisten Speisepilze auf den ersten Blick wie Pflanzen, denen nur die Wurzeln fehlen. Daraus aber zu schließen, dass Pilze ins Reich der Flora gehören wäre ein Trugschluss. Genau wie die Tiere und auch wir Menschen besitzen Pilze nämlich kein Chlorophyll (Blattgrün). Anders als Pflanzen können sie daher auch keine Photosynthese betreiben. In der Systematik der Lebewesen rücken Biologen die Pilze sogar näher an die Tiere heran als an die Pflanzen. Dennoch repräsentieren sie neben der Flora (Gesamtheit aller Pflanzen) und der Fauna (Gesamtheit aller Tiere) in der Natur ihre ganz eigene Kategorie -das Reich der Funga (Gesamtheit aller Pilze).

Verzehrt wird nur der Fruchtkörper der Pilze

Interessant zu wissen ist auch, dass wir nur einen kleinen Teil der Pilze, nämlich den Fruchtkörper verzehren. Der eigentliche Pilz steckt unter der Erde. und besteht aus dem Wurzelgeflecht, dem so genannten Myzel wie es in der Fachsprache heißt. Das Myzel kann beachtliche Ausmaße erreichen. Manchmal umfasst es nur einen Durchmesser von wenigen Meter, wie sich beispielsweise an den geheimnisvollen "Hexenringen" - kreisförmig in Wiesen oder auf dem Rasen angeordneten Pilzen - ablesen lässt. Es kann aber auch einen Umfang von vielen hundert Hektar erreichen. Ein legendäres Beispiel dafür ist das Wurzelgeflecht eines Hallimasch-Pilzes, das in Oregon (USA) rund 880 ha Erdboden durchzieht. Mit einem geschätzten Alter von mindestens 2.400 Jahren gilt dieser Pilz als das älteste Lebewesen der Welt.

Speisepilze beziehen ihre Energie von lebenden oder abgestorbenen Organismen

Champignons und viele anderer Speisepilze leben von verrottenden organischen Stoffen. Dadurch tun sie der Umwelt und der Natur viel Gutes, denn so sorgen sie dafür, dass sich zum Beispiel Mist, Herbstlaub, Fallobst oder Kompost in duftenden Humus verwandelt. Pilze wie der Shiitake oder der Austernpilz siedeln dagegen auf toten oder lebenden Baumstämmen. Wieder andere Pilzarten gehen eine Symbiose mit bestimmten Pflanzen ein. Als so genannte Mykorrhiza-Pilze schieben sie ihre Würzelchen, die Hyphen, in und um die Wurzeln ihrer Pflanzen-Partner, wehren dort Bakterien und Schadpilze ab und versorgen sie dank ihres weitreichenden Myzels mit Feuchtigkeit und Mineralstoffen. Als Gegenleistung bedienen sie sich am Zucker, den die Pflanze mit ihrem Chlorophyll aufbauen kann. Die meisten Mykorrhiza-Pilze sind hoch spezialisiert. Darunter zum Beispiel der Birkenpilz und der Pfifferling, die nur unter Birken bzw. unter Kiefern zu finden sind. Stimmen die Lebensbedingungen, dann schieben all diese Pilze Fruchtkörper aus ihrem Myzel an die Oberfläche. So kann sich der Pilzanbauer an die Ernte der weißen, beigefarbenen oder braunen Champignons machen und draußen im Wald entdecken wir den Pfifferling oder die samtig braune Marone.

Viele weitere interessante Presseinformationen zu Champignons und anderen in Deutschland angebauten Speisepilzen finden Sie auch auf der Website www.gruenes-medienhaus.de.

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