Rein biologische Züchtung, ohne chemische Dünger
Kulturspeisepilze gedeihen am besten in dunklen, kühlen Räumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Pilze besitzen kein Chlorophyll und können das Licht der Sonne nicht in Nahrung umwandeln. Ebenso wie Menschen und Tiere sind sie so ausschließlich auf organische Nährstoffe angewiesen. Der Nährboden, auf dem sie wachsen, ist daher ganz entscheidend für die Qualität der Pilze.
Für den Champignon-Anbau braucht es Zeit, Geduld und viel Know-how
Das Kultur-Substrat
In der Champignon-Zucht verwendet man als Nährboden ein spezielles Substrat, das ausschließlich aus organischen Substanzen wie, Stroh und Gips gewonnen wird.
Die Herstellung des Nähr-Substrats ist aufwändig und erfordert viel Zeit, Erfahrung und Fachwissen. Zunächst werden der Mist und alle anderen Bestandteile kompostiert. Dazu muss man ihn eine Woche lang wässern und kontinuierlich durchlüften. Anschließend erfolgt die Pasteurisierung. Das dauert noch einmal eine Woche und geschieht in speziellen Dampftunneln, wo der Kompost bei einer Temperatur von 60 ° Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent "gargekocht" wird. Durch die Pasteurisierung werden alle schädlichen Mikroorganismen wie z. B. Bakterien, Insektenlarven, Schadpilze oder Milben vernichtet.
Am Ende dieser aufwändigen Prozedur hat sich ein Substrat entwickelt, das ohne jegliche Chemie natürlich gereift ist und ausschließlich aus organischen Bestandteilen besteht. Champignons aus Deutschland enthalten daher keinerlei schädliche Rückstände!
"Bevor man ernten kann, muss man säen"
Nach der Pasteurisierung wird das Kultur-Substrat mit der Champignonbrut "geimpft", wie es in der Fachsprache heißt. Die Brut besteht aus Getreidekörnern, die mit dem Champignonmyzel, einem Geflecht aus winzig kleinen Pilzfäden, durchwachsen sind. Anschließend wird das "geimpfte" Substrat mit Deckerde abgedeckt und in die klimatisierten Kulturräume auf Kisten oder Stellagen eingelagert. Die Deckerde ist u. a. für eine optimale Luftfeuchtigkeit wichtig, so dass sich der Fruchtkörper gut entwickeln kann.
Nun dauert es noch einmal etwa zwei Wochen bis das Substrat bei einer Temperatur von 24 ° C von den Pilzfäden durchwoben ist . Wenn es soweit ist, wird die Temperatur auf 16 ° C abgesenkt. Die Myzelfäden ziehen sich nun zusammen und bilden in der feuchten Deckerde die ersten kleinen Fruchtkörper aus. Bis daraus erntereife Champignons werden, dauert es noch einmal etwa sieben Tage.







